Mark und Jan flogen mit unserer PA28 von Hamm nach Mallorca und zurück – über Straßburg, Montpellier, Empuriabrava und über das Mittelmeer nach Son Alberti. Nach ein paar Tagen auf der Insel ging es weiter über Menorca, Andorra, Perpignan und Colmar zurück nach Hamm. Gesamtflugzeit: 15:49 Stunden.
Ein unvergessliches Abenteuer durch Europa in unserem Clubflugzeug
Früh am Morgen, noch vor Sonnenaufgang, starteten wir unser Abenteuer mit unserem Clubflugzeug, einer Piper PA28, vom Flugplatz in Hamm. Um 4:50 Uhr hob unser Flieger ab – mit dem Ziel: Mallorca. Die Luft war ruhig, der Himmel dämmerte langsam in ein sanftes Blau, und die Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer war groß.

Etappe 1: Hamm – Straßburg
Nach etwa zwei Stunden Flugzeit erreichten wir unser erstes Etappenziel: Straßburg. Die Hauptstadt des Elsass, direkt an der deutsch-französischen Grenze gelegen, empfing uns mit ihrem typisch französischen Flair. Wir nutzten die Gelegenheit, um uns kurz die Beine zu vertreten, die Maschine vollzutanken und einen kleinen Snack zu uns zu nehmen. Straßburg ist nicht nur bekannt für das Europäische Parlament, sondern auch für seine gut erhaltene Altstadt mit Fachwerkhäusern und dem imposanten Münster – auch wenn wir dafür leider keine Zeit hatten.
Etappe 2: Straßburg – Montpellier
Unsere Reise führte uns weiter Richtung Süden – vom Rheintal ins Herz Frankreichs. Der Flug von Straßburg nach Montpellier dauerte etwas über drei Stunden und war landschaftlich besonders reizvoll, aber auch fliegerisch anspruchsvoll.
Nach dem Start in Straßburg flogen wir zunächst in südwestlicher Richtung an Besançon vorbei – eine charmante Stadt mit einer beeindruckenden Festung, eingebettet in eine große Schleife des Flusses Doubs. Von dort aus führte unsere Route östlich an Lyon vorbei, wobei wir das Rhonetal aus sicherer Entfernung überblicken konnten.
Dann begann der landschaftlich eindrucksvollste Teil des Fluges: Wir überquerten Teile des französischen Zentralmassivs, ein weitläufiges Hochland, das sich zwischen Lyon und Montpellier erstreckt. Die sanften Hügel gingen allmählich in rauere, bewaldete Höhenzüge über – eine Kombination aus tiefen Schluchten, weitläufigen Ebenen und den typischen Formen alter Vulkane, die in dieser Region häufig sind. Besonders auffällig war, wie sich Licht und Schatten über die Landschaft zogen, während wir durch gestaffelte Höhenlagen und Thermiken navigierten.
Unsere Route führte nordwestlich an Valence vorbei, während sich am Horizont schon erste Ausläufer der Cevennen abzeichneten – das südlichste Gebirge des Zentralmassivs, das sich in Richtung Mittelmeer erstreckt. Hier wurde es zunehmend turbulenter, und wir mussten konzentriert fliegen, um eine komfortable Flughöhe zu halten.
Mit Annäherung an das Mittelmeer veränderte sich das Landschaftsbild merklich: Die Berge flachten ab, die Farben wurden mediterraner, und die dichte Vegetation wich trockeneren, offenen Ebenen. Schließlich erreichten wir Montpellier, eine lebendige Stadt nahe der Küste, wo wir auf dem internationalen Flughafen landeten. Hier konnten wir erneut tanken und eine kurze Pause einlegen, bevor es weiter Richtung Spanien ging.
Etappe 3: Montpellier – Empuriabrava
Nach einer kurzen Pause setzten wir unsere Route fort in Richtung Empuriabrava an der Costa Brava. Der Flug entlang der Mittelmeerküste war traumhaft – glitzerndes Wasser zur Linken, felsige Küstenlandschaften zur Rechten. In Empuriabrava, bekannt für sein Kanalsystem und den beliebten Flugplatz, beendeten wir unseren ersten Reisetag. Die Kombination aus Meerblick, Fliegerambiente und entspannter Atmosphäre machte diesen Ort zum perfekten Zwischenstopp. Wir übernachteten in der Nähe und ließen den Abend gemütlich ausklingen.
Etappe 4: Empuriabrava – Son Alberti (Mallorca)
Am nächsten Mittag starteten wir zur vielleicht aufregendsten Etappe unserer Reise: dem Flug über das offene Mittelmeer. Wir verließen das Festland bei Begur, einem kleinen Ort an der zerklüfteten Küste Kataloniens, und nahmen Kurs auf Mallorca. Der Blick über das offene Meer war atemberaubend – eine Mischung aus Respekt, Konzentration und stiller Begeisterung begleitete uns auf diesem Abschnitt.
Nach einer ruhigen Überquerung der See erreichten wir die Insel bei Pollença, im Norden Mallorcas. Die Küstenlinie kam in Sicht, und wenig später landeten wir auf dem kleinen, privaten Flugplatz Son Alberti, etwas abseits der bekannten Touristenrouten. Dort wurden wir herzlich empfangen – die Gastfreundschaft war spürbar, und wir konnten unsere PA28 sicher abstellen.
Aufenthalt auf Mallorca
Die nächsten Tage verbrachten wir entspannt auf Mallorca: Sonne, Meer, gutes Essen und ein bisschen Sightseeing standen auf dem Programm. Die Insel zeigte sich von ihrer schönsten Seite – mit ihren bergigen Landschaften, idyllischen Buchten und lebhaften Orten wie Palma und Alcúdia.
Etappe 5: Mallorca – Mahón (Menorca)
Ausgeruht und voller Energie setzten wir unsere Reise fort und flogen als Nächstes auf die Nachbarinsel Menorca. Ziel war der internationale Flughafen Mahón, wo wir erneut tankten und einen kurzen Aufenthalt einlegten. Der moderne Airport bot einen angenehmen Kontrast zur ländlichen Ruhe von Son Alberti.
Etappe 6: Mahón – Andorra
Von Menorca aus flogen wir direkt in die Pyrenäen – ein landschaftlich atemberaubender Flug, der uns schließlich nach Andorra führte. Der kleine Pyrenäenstaat liegt eingebettet in ein beeindruckendes Bergpanorama. Auch wenn Andorra keinen großen Flughafen besitzt, konnten wir in der Nähe landen und die Nacht in dieser besonderen Region verbringen. Die klare Bergluft und die kühle Abendstimmung waren ein willkommener Kontrast zur Hitze der Mittelmeerküste.
Etappe 7: Andorra – Perpignan – Colmar
Am nächsten Morgen führte uns unser Kurs weiter nach Perpignan, nahe der französischen Mittelmeerküste, wo wir erneut auftankten. Danach stand der längste Flugabschnitt dieser Reise an: eine 3,5-stündige Etappe bis nach Colmar im Elsass. Dort legten wir eine dringend benötigte Pause ein – zum Trinken, Durchatmen und Aufladen unserer Geräte.
Colmar mit seiner gut erhaltenen Altstadt, bunten Fachwerkhäusern und dem romantischen "Klein-Venedig"-Viertel wäre eigentlich einen längeren Aufenthalt wert gewesen. Doch ein drohendes Unwetter zwang uns, schnell wieder in die Luft zu gehen. Unser Ziel: zurück nach Hamm, bevor uns das Wetter einholen konnte.
Etappe 8: Colmar – Hamm
Der letzte Flugabschnitt führte uns zurück an unseren Ausgangspunkt: Hamm. Die PA28 brachte uns sicher durch die letzten Kilometer, und kurz bevor das Unwetter auf uns traf, landeten wir wieder wohlbehalten.
Besonderheiten für andere Piloten
| Leg | Route | Besonderheiten |
|---|---|---|
| 1 | Hamm-Lippewiesen (EDLH) → Strasbourg Entzheim (LFST) | Außenstartgenehmigung nach §25 erforderlich da Start vor 6 Uhr lcl. PPR und Zollanmeldung in LFST nötig. Flugplanpflicht. |
| 2 | Strasbourg Entzheim (LFST) → Montpellier Méditerranée (LFMT) | Keine Besonderheiten. Inlandsflug – kein Flugplan nötig. Kein PPR erforderlich. |
| 3 | Montpellier Méditerranée (LFMT) → Empuriabrava (LEAP) | Flugplanpflicht. Kein PPR erforderlich. |
| 4 | Empuriabrava (LEAP) → Son Alberti (LEJF) | Flugplanpflicht in Spanien. Privatplatz – Landung nur mit persönlichem Kontakt möglich. |
| 5 | Son Alberti (LEJF) → Menorca Airport (LEMH) | Flugplanpflicht. Kein PPR erforderlich. |
| 6 | Menorca (LEMH) → Pirineus - La Seu d’Urgell (LESU) | Keine VFR-Flüge zugelassen während IFR-Verkehr. |
| 7 | Pirineus - La Seu d’Urgell (LESU) → Perpignan - Rivesaltes (LFMP) | Einreise nach Frankreich. Keine besonderen Dokumente erforderlich. Kein PPR nötig. Flugplanpflicht. |
| 8 | Perpignan - Rivesaltes (LFMP) → Colmar (LFGA) | Keine Besonderheiten. Kein Flugplan erforderlich. Kein PPR erforderlich. |
| 9 | Colmar (LFGA) → Hamm-Lippewiesen (EDLH) | Flugplanpflicht. Kein PPR erforderlich. |



