Sowohl der Flugplatz Hamm-Lippewiesen als auch der dort ansässige Luftsportclub Hamm e.V. blicken auf eine nun schon mehr als 50-jährige Geschichte zurück. Wir entwickelten uns von einer kleinen Gruppe Flugbegeisterter auf einer Wiese, zu einem Fliegerclub, der aktuell knapp 400 aktive und passive Mitglieder zählt, mit einem Flugplatz mitten in der Stadt und einer der größten Clubflugschulen Deutschlands.
Chronik
1949
In Hamm wir die Interessengemeinschaft Segelflug gegründet.
1950
Der in Deutschland nach dem Krieg zunächst noch verbotene Segelflug wird wieder zugelassen. Im August wird der "Deutsche Aero-Club" (DAEC) von Wolf Hirth gegründet. Die Interessengemeinschaft Segelflug tritt dem VErband bei.
1951
Die Interessengemeinschaft Segelflug löst sich auf. Der Luftsportclub Hamm wird gegründet. Erster Vorsitzender wird Günter Schmidt, 2. Vorsitzender Fritz Sauerland. Die Mitglieder bauen ein Doppelsitzer-Segelflugzeug vom Typ Kranich, das auf den Namen "Bad Hamm" getauft wird. Bei einem Start in Borkenberge wird der Rumpf des neuen Flugzeugs schwer beschädigt.
1952
Unter der Leitung von Werkstattleiter Heinrich Kaiter entsteht in der Werkstatt ein neues Segelflugzeug. Der Einsitzer Baby II wird auf den Namen des Hammer Piloten Erich Schulte getauft.
1953
Die Segelflieger freuen sich über die leider nur vorübergehende Zulassung des großen Exerzierplatzes im Hammer Osten als Fluggelände für Windenstarts.
1954
Auf dem großen Exerzierplatz findet der erste große Flugtag nach dem Krieg statt. Mit dabei sind der Stuntman Arnim Dahl, der während des Flugs Kletterübungen an der frischen Luft durchführt, und der Segelkunstflieger Albert Falderbaum mit seiner Lo 100.
1955
Im Mai wird auch der Motorflug in Deutschland wieder zugelassen. Die Hammer Flieger kaufen einen Zweisitzer vom Typ Auster. Geschult wird in Borkenberge, der Segelflug findet noch in Werl statt.
1956
Am 21. September ist es soweit: Der Flugplatz Hamm-Lippewiesen wird eröffnet.
1958
Ein Doppeldecker vom Typ Tiger-Moth muss auf der Heessener Straße landen, weil der Motor ausgefallen war. Er wird dabei nur leicht beschädigt. Günter Schmidt wird Fluglehrer bei der Lufthansa.
1959
Die Segelflieger kaufen einen neuen Doppelsitzer vom Typ Ka 7. Auf dem gut besuchten Flugtag werden zwei Gasballone gestartet.
1960
Die Auster muss nach einem Schaden an der Tragflächenbespannung östlich des Flugplatzes landen. Der Luftsportclub kauft die erste Piper PA 22 "Colt" für die Motorflugschulung.
1961
Eine neue Flugzeughalle für 14 Flugzeuge (die Rundhalle) wird gebaut. An einem Sternflug zum zehnjährigen Bestehen des Vereins nehmen 18 Flugzeuge teil. Außerdem wird eine Bodenfunkstelle eingerichtet. Der Verein hat jetzt eine Meise (Segelflug-Einsitzer).
1962
Die Segelflieger bauen einen Einsitzer vom Typ Ka 8.
1963
Der Luftsportclub besitzt als einziger Verein in NRW die Lizenz zur Ausbildung von Flugzeugführern.
1964
Turm und Halle 4 werden gebaut. Die Flotte der Motorflugzeuge wird durch den Zweisitzer Job 15 verstärkt. Jetzt sind 19 Motorflugzeuge in Hamm stationiert.
1966
Nach dem Start eines privaten Motorflugzeugs vom Typ Auster gewinnt die Maschine zu wenig Höhe, bekommt an der Fährstrasse Baumberührung und stürzt ab. Die drei Insassen kommen ums Lebens.
1969
Auf dem Flugplatz findest das erste Altenfliegen der Stadt Hamm statt. Die Segelflughalle (Halle 6) wird gebaut. Am 6. Juni fliegt Friedhelm Kaiser mit einer Ka 6cr 755 km bis nach Guéret in Frankreich.
1971
Klaus Rehmann fliegt nach über 3000 Arbeitsstunden seinen restaurierten Doppeldecker Focke-Wulf Stieglitz ein.
1973
Die Segelfluggruppe kauft einen doppelsitzigen Motorsegler SF 28 Tandem-Falke. Arthur Wille und Heinz Scharmann belegen beim Deutschlandflug Platz 6 von 158 gestarteten Flugzeugen.
1975
Auf dem Flugplatz werden Rundflüge zugunsten der Aktion Sorgenkind durchgeführt. Dabei muss Heinz Brockmann nach einem Motorschaden im Landeanflug mit einer Morane außenlanden.
1977
Die Startbahn wird um 200 Meter in östlicher Richtung verlängert.
1978
Mit dem Kauf eines Einsitzers ASW 19b verfügt die Segelfluggruppe über das leistungsfähigste Standardklasse-Flugzeug seiner Zeit.
1981
Die Werkstatthalle (Halle 3) wird gebaut.
1982
Das Hallenvorfeld wird befestigt. Zum Tag der offenen Tür kommen 20.000 Zuschauer. Hamm-Info, die Clubzeitung des Vereins, erscheint zum ersten Mal.
1983
Ab jetzt ist der Platz auch wieder für Nichtmitglieder anfliegbar. Westlich der Segelflughalle entsteht die neue Halle 5.
1984
Eine Winde mit 320 PS sorgt für neuen Schwung bei den Segelfliegern. Anlässlich der Landesgartenschau findet ein Fly-In auf dem Flugplatz statt. Außerdem werden die neue Tankstelle und der Landeplatz für Rettungshubschrauber fertiggestellt.
1985
Zwischen Werkstatthalle und Rundhalle entsteht die neue Halle 2.
1986
Auf dem Flugtag zum Jubiläum "30 Jahre Flugplatz Hamm" landet eine Transall der Bundeswehr. Der erste Ballon der neu gegründeten Ballonsportgruppe wird von der Oberbürgermeisterin Sabine Zech auf den Namen "D - Kloster-Alt" getauft.
1987
Hamm wird zum ersten Mal Landeplatz für den Deutschlandflug.
1988
Ein Senkrechtstarter Harrier und eine Spitfire nehmen am Flugtag teil. Gleichzeitig findet die Lippe-Rallye mit 19 teilnehmenden Haißluftballonen statt. Die Segelfluggruppe kauft einen neuen Motorsegler SF 25c und stellt die eigene Werkstatt als Anbau an die Segelflughalle fertig.
1989
Die Lufthansa tauft eine Boeing 737 nach Vorschlag des Luftsportclubs auf den Namen "Stadt Hamm".
1990
An der Lippe-Rallye nehmen 29 Heißluftballone teil. Zum Flugplatzfest mit Beteiligung von Flugzeugen aus der DDR kommen 35.000 Besucher. Östlich der Segelflughalle wird die Halle 7 errichtet.
1991
Pfingsten startet die Montgolfiade mit 60 Heißluftballonen. Im Juli findet der erste Streckensegelflug-Wettbewerb "Hammerwoche" statt.
1992
Andrea Brockmann wird auf den Deutschen Damen-Segelflugmeisterschaften auf der Hahnweide Vizemeisterin in der Clubklasse. Die Montgolfiade findet erneut in Hamm statt uns lockt 64 Ballonteams in die Lippewiesen. Sieger der zweiten "Hammerwoche" wird mit großen Vorsprung der holländische Berufspilot Hans Biesters.
1993
Der Luftfahrttechnische Betrieb am Flugplatz Hamm erhält die Zulassung durch das LBA in Braunschweig. Eine ASK 21 ersetzt die ASK 13 der Segelfluggruppe. Damit ist der FLugzeugpark komplett auf Kunstsftoff-Flugzeuge umgestellt. Im April wird die renovierte Fliegerklause neu eröffnet. Zum Drachenfest mit Lippe-Rallye für Heißluftballone kommen mehr als 10.000 Zuschauer.
1994
Günter Schmidt, der Gründungsvorsitzende des Luftsportclubs, erhält die goldene Ehrennadel des Vereins. Der LSC ist stetig weiter gewachsen und hat jetzt 410 Mitglieder. Die 9. Deutsche Drachenflugmeisterschaft findet auf unserem Flugplatz statt.
1995
Am 22. April wird der neue Turm im Beisein des NRW-Verkehrsministers eingeweiht. Gleichzeitig werden erste Gespräche über die Befestigung der Landebahn geführt. Im Herbst findet die Europameisterschaft im Lenkdrachenfliegen auf dem Flugplatz statt.
1996
40 Jahre Flugplatz Hamm mit Flugplatzfest am 21. September. Die Segelflughalle wird durch Anbau (Halle 6a) erweitert.
1997
Am 27. April wird die neue Landebahn eingeweiht. Die Bahn ist mit wasserdurchlässigen Öko-Steinen gepflastert. Unter www.flugplatz-hamm.de ist der Verein mit einer aktuellen Präsentation im Internet vertreten.
1998
Die 13. Deutsche Drachenmeisterschaft findet in den Lippewiesen statt.
1999
Der LSC Hamm gewinnt mit dem Ballon "D - Werne" das internationale Ballonmeeting in Öscény / Südungarn. Auf dem Flugplatzfest gelingt eine Radio-Liveübertragung aus einem einsitzigen Kunstflug-Segelflugzeug.
2000
Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann tauft den fünften Ballon des Vereins während des Flugplatzfestes auf den Namen "Stadt Hamm". Das Ballonmeeting in Öscény wird erneut vom Luftsportclub Hamm gewonnen.
2001
Am 5. Mai feiert die Ballonsportgruppe ihr 15-jähriges Bestehen. Im Sommer wird eine neue Tankstelle für AVGAS und MOGAS gebaut.
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